In meinem Angebot findet sich auch die Sattelthermografie.

Das ist eine gute Möglichkeit die Passform des Sattels in Bewegung und vor allem in Bildern darzustellen.

 

Wie oft steht man vor seinem Pferd und denkt, “eigentlich sieht das hier doch alles gut aus” und wenn es sich dann in Bewegung setzt, fühlt es sich gar nicht mehr gut an.

Oft ist es für den Reiter schwer zu beschreiben, was sich nicht gut anfühlt, aber er merkt es eben.

An sich selbst oder auch an der Reaktion des Pferdes.

Mir ist es immer sehr wichtig, den Sattel in Bewegung zu beurteilen.

Wie oft habe ich schon von Kundenpferdebesitzern gehört: ” Der Sattler war erst da, der Sattel passt”, saß aber drauf und dachte: ” Das geht gar nicht  hier”

Bis ich dann oft gehört habe, der Sattler war zwar da, hat den Sattel aber nur unangegurtet auf das auf der Stallgasse stehende Pferd gelegt und beschlossen, dass er nach seinen Gesichtspunkten passt.

Das mag ja sein. Aber das Pferd steht eben nunmal nicht mit dem Sattel auf der Stallgasse sondern wird geritten und da geht es schon los.

Im Stand kann man gar nicht beurteilen, wie sich ein Pferd bewegt und wie der Reiter und der Sattel sich in Kombination mit der Bewegung des Pferdes verhalten. Das geht nur in Bewegung und zwar in allen Gangarten.

Ab dem Moment in dem ein Pferd sich in Bewegung setzt, passiert einiges.

  1. kommt in der Regel der  Vorderzwiesel etwas tiefer durch die Gewichtsbelastung.
  2. Manche Pferde sind hinten überbaut. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Bewegung des Sattels, vor allem, wenn vielleicht auch noch ein Reiter drauf sitzt, der viel “schiebt”
  3. Manche Pferde sind schief. Also schiefer als die natürliche Schiefe. Auch das hat Auswirkungen auf die Lage des Sattels und damit die Druckverteilung auf dem Pferderücken.
  4. Oft ist aber auch der Reiter schief. Auch das sorgt für eine ungleichmäßige Belastung der Rückenlinie.
  5. Viele Sättel rutschen während des Reitens nach vorne. Hier muss die grundsätzliche Passform oder auch die Wahl des richtigen Sattelgurtes überprüft werden.
  6. Der Schwerpunkt des Sattels soll auch in Bewegung im Bereich des 12. Dornfortsatzes der Brustwirbelsäule bleiben und nicht weiter hinten liegen. Das heißt, der Schwerpunkt liegt in der Mitte der Sattlelage. Verrutscht der Sattel nach vorne oder hinten, liegt auch der Schwerpunkt nicht mehr da, wo er liegen soll.

Aber wie funktoniert denn nun eine Sattelthermografie?

Als erstes wird das Pferd im Stand angeschaut und die Sattellage wird eingezeichnet. Die wichtigsten Kennpunkte des Sattels werden mit Kreide auf das Pferd übertragen, wie z.B. die Lage des 18. Dornfortsatzes der Brustwirbelsäule, also der Verlauf der 18.Rippe nach oben.

Der Sattel darf mit seiner Auflagefläche nicht über die 18.Rippe herausragen, da es hier in die Lendenwirbelsäule übergeht.

Die Lendenwirbelsäule ist aber aufgrund ihrer anders geformten Querfortsätze nicht zum Tragen von Gewicht geeignet. Der Sattel wird von den Rippen und der darüberliegenden Muskulatur getragen.

Die Dornfortsätze der Wirbel müssen sich auch während des Reitens bewegen können. Geht das Pferd in eine Wendung bewegen sich die Dornfortsätze mit. Das muss möglich sein.

Denkt im diesem Moment auch mal an die Lammfellunterlagen, die einen ausgenommenen Wirbelkanal haben, das erfüllt genau den Zweck, dass sich die Dornfortsätze bewegen können.

Genauso muss aber eben auch der Sattel diese Bewegung zulassen.

Deshalb wird der Wirbelkanal, der frei sein muss eingezeichnet und darunter als schraffierte Fläche, das Areal auf dem der Sattel liegt und das den Sattel und den Reiter trägt.

Die Hinterkante des Schulterblattes wird markiert, da der Sattel hinter dem Schulterblatt liegen muss, damit das Schulterblatt sich bewegen kann und nicht mit dem Knorpel am Sattel anstößt.

Der Bereich des Wideristes wird markiert, da auch hier der Sattel genügend Luft lassen muss,  um auch hier die Bewegung nicht zu verhindern und nicht auf die empfindlichen Nerven zu drücken, die hier austreten.

Ich habe mal versucht, das Ganze bildlich darzustellen.

Aufgrund dieser Leitlinien kann schonmal ein erster Sichtbefund am stehenden Pferd stattfinden, bevor es daran geht den Sattel in Bwegung zu sehen.

Nach dem ersten Sichtbefund muss noch die Abklebung der relevanten Linien erfolgen, die auch während des Reitens drauf bleiben. Die Abklebung markiert die Hinterkante des Schulterblattes und die maximale Auflagefläche nach hinten. Die Abklebungen werden in  der Thermografie dargestellt und man kann erkennen, ob der Sattel auch in Bewegung im grünen Bereich blieb.

Wenn das alles gescheen ist, gibt es das erste Thermografiebild. Dieses wird nachher als Vergleich zum Bild nach dem Reiten gebraucht.

Nach dieser Vorbereitung geht es ans Satteln.

Gesattelt und geritten wird mit dem ganz normalen Zubehör, wie man sonst auch reitet.

Allerdings können natürlich Memoschaum-Pads oder Gelpads, die unter dem Sattel liegen die Qualität der Aufnahmen beeinträchtigen. Aber optimal wäre es ja sowieso mit einer einfachen Schabracke reiten zu können.

Nun wird ganz normal geritten. Der Thermograf nimmt sich genug Zeit, dass ihr Euer Pferd ganz normal Schritt reiten könnt. Nach der Schrittphase folgt eine Trab-Galopp-Phase von  mindestens 20 min, um sicherzustellen, dass die Muskulatur auch wirklich warm ist, und damit thermisch darstellbar ist.

Wichtig ist, dass einfach ganz normal geritten wird, wie immer. Mit Wendungen, mit Übergängen, leichttaben, aussitzen, Galopp usw. Nur dann kann man das normale Leben darstellen.

Nach dem Reiten bleibt der Sattel kurz auf dem Pferd.

Erst wird eine thermografische Aufnahme des Reiters von hinten gemacht.

Das hört sich kurz komisch an, kann aber dabei helfen zu sehen, wie denn der Reiter belastet.

Danach wird der Sattel vorsichtig vom Pferd genommen, ohne die Kissen zu berühren.

Die Schabracke bleibt noch kurz auf dem Pferd.

Der Sattel wird von unten thermografiert um die Wärme an den Sattelkissen darzustellen.

Und als letzer Schritt wird die Schabracke vom Pferd genommen, das Pferd gerade hingestellt und die Aufnahme des Rückens, die schon vor dem Reiten gemacht wurde wiederholt.

Nun kann man genau vergleichen, wie diese Aufnahme vor und nach dem Reiten aussah.

Damit ist die thermografische Aufnahme im Stall abgeschlossen.

Die Arbeit ist aber noch nicht beendet.

Der Thermograf muss nun noch am Laptop die Bilder auswerten.

Die Temperatur muss eingestellt werden, die Messpunkte gesetzt,  um genau feststellen zu können, wo sich thermische Auffälligkeiten befinden.

Die Farbgebung auf den Bildern gibt zwar schon eine Idee vor, jedoch ist es wichtig, sich nicht von weißen oder roten Stellen verwirren zu lassen, sondern diese wirklich gewissenhaft  nachzumessen, um dann festzustellen, ob das eine Auffälligkeit ist oder im Normbereich liegt.

Denn eins ist klar. Rot heißt nicht gleichzeitig schlecht, das muss sein, da sich die Muskulatur ja erwärmt, es muss eben am Ende nur im Gesamtbild zusammenpassen.

Was schlecht wäre, wäre, wenn es Wärme,-oder Kältebrücken gibt, eindeutige Hotspots, ungleichmäßige Temperaturverteilung usw.

Aber das wird euch euer Thermograf dann in einem Bericht mitteilen.

Ich hoffe, ich konnte euch hier den Ablauf einer Sattelthermografie und die Vorteile näher bringen.

 

 

 

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