Mit den Beiträgen “Anatomie verstehen” möchte ich auf einfache Weise das Pferd auseinandernehmen, ohne, dass es hier einen Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit gibt. Dafür gibt es genügend sehr gute Fachbücher, an denen ich mich auch orientiere.

Ein Blogbeitrag ist dafür gedacht, ein komplexes Thema so kurz aber verständlich wie möglich anzuschneiden.

Wer sich dann animiert fühlt sich mehr mit der Materie zu beschäftigen, kann mir gerne eine Nachricht schreiben, dem kann ich dann das passende Buch zum Thema empfehlen.

Soweit, viel Spaß mit dem Beitrag zur Halswirbelsäule.

Die Halswirbelsäule:

setzt sich aus 7 Halswirbeln zusammen.

Der erste Halswirbel ( Atlas) verbindet sich mit dem Hinterhauptsbein. Er kann nur die Bewegung Streckung und Beugung machen und wird deshalb als Ja-Sager Gelenk bezeichnet.Er sorgt also dafür, dass das Pferd den Kopf heben und senken kann.

Griff zur Testung der Flexion C1

 

Kein Wirbel ist genau gleich wie die anderen, aber die ersten beiden Halswirbel, Atlas und Axis, unterscheiden sich nochmal um einiges deutlicher von den folgenden C3 -C7.

Der erste Halswirbel ( Atlas)  ist gut fühlbar, da er große seitliche Flügel hat und einen knöchernen Ring darstellt. Steht man neben dem  Pferd und fühlt hinter den Ohren in den Hals hinunter, kann man die Atlasflügel gut fühlen. Die großen Flügel des ersten Halswirbels dienen als Ansatzstelle für Muskulatur und Bänder, wie unter anderem dem Nackenband.

Der zweite Halswirbel ist ganz anders aufgebaut. Er ist der längste  Wirbel  des Körpers, der mit einem Zahn ( Dens) in den knöchernen Ring des ersten Halswirbels hineinragt. Diese Wirbelverbindung C1 auf C2  ist für die Drehbewegung im Hals zuständig . Bricht dieser Zahn ab, spricht man von einem Genickbruch . Deshalb wird das Gelenk vom ersten auf den zweiten Halswirbel auch als Nein-Sager-Gelenk bezeichnet. Der Axis besitzt auf der oberen Fläche einen knöchernen Kamm, der ebenfalls als Ansatzstelle für Muskulatur und Bänder dient.

Diese beiden Wirbelverbindungen ( Hinterhauptsbein – Atlas und Atlas – Axis) besitzen keine Bandscheiben.

Das Hinterhauptsbein, der erste und der zweite Halswirbel sind als gemeinsam für das Heben,Senken und Drehen  des Kopfes zuständig.

Physiotherapeutische Maßnahmen beim Pferd

Da der zweite Halswirbel sehr schmal ist, ist er nur sehr schwer fühlbar.

Gut zu fühlen sind dann wieder die Halswirbel C3- C6, die man, wenn man die Halslinie in leichtem Bogen in Richtung Schulter herunterfährt als “harte Bollen” fühlt, die sich schön in die Handfläche einfügen.

Jeder dieser Wirbel wird in Richtung Brustwirbelsäule ein bisschen kürzer, sind im Vergleich zu den restlichen Wirbelkörpern des Pferdes aber immer noch sehr lang.

Den 7. Halswirbel, der nun schon seine Form ändert, um sich  hinter dem Schulterblatt mit dem 1. Brustwirbel  sowie der 1. Rippe zu verbinden, ist nicht mehr fühlbar.

Den Übergang zwischen Hals,- und Brustwirbelsäule nennt man den Cervico- Thorakalen Übergang.

Im Gesamten ist die Halswirbelsäule der beweglichste Teil des Pferdes.

Dadurch, dass es keine seitlich stabilisierenden Knochen wie Rippen oder die  langen Querfortsätze der Lendenwirbel gibt, ist die Halswirbelsäule im Gesamten sehr beweglich.

Diese Beweglichkeit ist für das Pferd überlebensnotwendig, da es einerseits zu Futteraufnahme den Kopf heben und senken können muss, aber über den Hals auch mit anderen Pferden kommuniziert.

Mögliche Auswirkungen einer blockierten Halswirbelsäule können sein.

-Das Pferd spielt auf der Koppel nicht mehr mit anderen Pferden, weil es nicht mehr richtig kommunzieren kann und genau weiß, dass es ohne einen schmerzfrei beweglichen Hals, dem anderen unterlegen wäre.

– Die Futteraufnahme ist eingeschränkt, durch Verrenkungen um an das Futter zu kommen, entstehen weitere Verspannungen.

– Für den Reiter ist fühlbar, dass das Pferd sich nicht gleichmäßig stellen oder biegen kann.

– Auch vermehrtes Stolpern, Kopfschlagen, Verwerfen im Genick,  Koordinations,- und Gleichgewichtsprobleme, drücken auf die Hand oder das Herausheben nach oben deuten auf Probleme in der Halswirbelsäule hin, die meistens muskulär sind. Verspannte Muskeln führen im folgenden zu nicht mehr frei beweglichen Wirbeln untereinander.

-Ebenso können durch verspannte Muskulatur und nicht bewegliche Wirbel die Zwischenwirbellöcher verengt sein, die die Nerven durchlassen. Somit kann die Versorgung verschiedener Gebiete eingeschränkt sein. ( z.B. Gefühl in der Vorhand)

Sollte der Reiter Veränderungen in der Beweglichkeit der Halswirbelsäule feststellen, ungleiches Schwitzen ( auf einer Seite mehr als auf der anderen) , sich das Pferd im Halfter aufgehängt haben,  oder gestürzt sein, ist es sinnvoll den Hals bzw. das Pferd gleich physiotherapeutisch durchchecken zu lassen, bevor größere Problem daraus entstehen die sich durchs komplette Pferd ziehen können.

 

 

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